Birgit Steingräber-Klinke, SPD OV- und Fraktionsvorsitzende in der Gemeinde Bosau

 

Kippen killen Natur

Aufklärungstafel und Taschenaschenbecher für den Bosauer Strand

 


Angeregt durch die digitale Veranstaltung „Kippen killen Natur“ des Arbeitskreises Umwelt, Energie und ländliche Räume der SPD Landtagsfraktion im März sowie einen Pressebericht über eine Aktion dazu in Howacht und am See im Plön hat die SPD Fraktion in der Gemeinde Bosau beschlossen, dass auch am Bosauer Badestrand am großen Plöner See etwas gegen unsachgemäße Entsorgung von Kippen geschehen muss. Zu oft, wenn man sich ins Gras oder in den Sand legen möchte, sieht man dort Kippen auf dem Boden liegen. Hier wäre eine verpflichtende Nutzung von Strandaschern hilfreich.

Das Impulsreferat der Landesgeschäftsführerin der NaturFreunde, Dr. Ina Walenda, bei der o.a. Zoom Konferenz machte mit beeindruckenden Fakten und Zahlen deutlich, dass Kippen sehr giftiger Müll sind. Deshalb wurde für die Mai-Sitzung des Wirtschafts- und Tourismusausschusses ein Antrag der SPD Fraktion auf eine Ausgabe von Taschenaschenbechern am Strand gestellt. Des Weiteren erhielt die Verwaltung den Auftrag, zum Beginn der Strandsaison die Aufstellung einer Aufklärungstafel in Zusammenarbeit mit den NaturFreunden umzusetzen. Damit sollen die rauchenden Strandbesucher zum Umdenken und Mitmachen für die Umwelt angeregt werden. Eine weitere Idee ist es, auch die Schulen mit Kippen-Sammelaktionen in die Aufklärung einzubinden.

Wir haben uns gefreut, dass alle Fraktionen von unserem Antrag begeistert waren, so dass er im Ausschuss einstimmig verabschiedet wurde.

Leider gibt es die Taschenascher am Strand häufig nur auf Nachfrage, sinnvoll wären hier an der Ostsee sowie an unseren Seen in Ostholstein witzige Hinweisschilder an den Zugängen

OHA, Montag, 15 Februar 2021

NEUN FRAGEN. Das kleine Polit-Gespräch

 

"Der Umgangston ist teilweise respektlos"

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Birgit Steingräber-Klinke bewertet das Klima in der Bosauer Gemeindevertretung als schwierig

 

Das kleine Polit-Gespräch

BOSAU

Im Rückblick auf die Kommunalwahl 2018 und im Hinblick auf die 2023 in Schleswig-Holstein anstehende Kommunalwahl stellt der Ostholsteiner Anzeiger neun identische Fragen an die jeweiligen Fraktions­vorsitzenden der Bosauer Gemeinde­vertretung, deren Antworten wir in lockerer Reihenfolge abdrucken. Heute stellt sich Birgit Steingräber-Klinke, Vorsitzende der Bosauer SPD-Fraktion, den Fragen.


Was läuft in Bosau gut?

Die tolle Grund- und Gemeinschaftsschule mit offener Ganztagsschule in Hutzfeld, die Kindergärten, die aktiven Vereine und Feuerwehren mit Jugendfeuerwehr. Der Einsatz für Familien mit Kindern, einige gemeinsame Aktionen und Beschlüsse aller Fraktionen – unter anderem zum Erhalt der Außenstelle der Wilhelm-Wisser-Schule in Hutzfeld und für einen schnellen Bau eines Bürgersteigs in Hassendorf, unsere niedrige Gewerbesteuer, die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister für die Schaffung von U3-Plätzen für die Kindertagespflege.


Was läuft in Bosau schlecht?

Leider ist das Verwaltungsgebäude in Hutzfeld immer noch nicht barrierefrei! Es wird manchmal zu viel diskutiert und es werden keine Beschlüsse gefasst – unter anderem Gewerbegebiet in Hutzfeld. Es sollte schneller entschieden werden.

 

Welche Projekte sollten zeitnah angeschoben werden?


Der Neubau eines Kindergartens in Hutzfeld zur Schaffung von weiteren Kindergartenplätzen, der Kauf des Grundstücks für das Gewerbegebiet und dessen Vermarktung sowie Mietwohnungsbau und Baugebiete in Hutzfeld und Braak. Es wird erwartet, dass die Steuereinnahmen sinken.


Es wird erwartet, dass die Steuereinnahmen sinken: Welche Projekte müssen dann in Bosau verschoben werden?

Die Steuereinnahmen in der Gemeinde werden kaum sinken. Es wird schwierig mit der Straßenunterhaltung und Sanierung der Oberflächenentwässerung. Welche Entwicklung hat Bosau in den vergangenen Monaten oder Jahren verschlafen? Es wurde zu viel gespart, stetige Sanierung der Straßen und der Ober­flächen­entwässerung sowie der gemeindeeigenen Gebäude wurden versäumt. Wichtige Investitionen in die Zukunft sind nötig: Baugrundstücke, Kinder­garten­plätze.


Wie bewerten Sie das Klima in der Bosauer Kommunalpolitik?

Schwierig. Zuhören fällt schwer. Der Umgangston ist teilweise respektlos. Ich wünsche mir einen offenen, sachlichen, fairen und ehrlichen Austausch, denn wir machen Politik für die Bürger der Gemeinde.

Begründen Sie bitte, warum Sie mit der Arbeit des Bürgermeisters zufrieden oder unzufrieden sind.

Herr Rauch als ehrenamtlicher Bürgermeister einer Großflächengemeinde mit 15 Dorfschaften hat eine schwierige und arbeitsintensive Aufgabe übernommen. Er ist sehr engagiert und arbeitet mit großem Einsatz.

Bewerten Sie bitte in Schulnoten: Wo befindet sich Bosau mit Stand heute?

Eine 3 minus.

Warum haben Sie für Bosau diese Note vergeben?

In Bosau wohnen wir in einer landschaftlich traumhaften Umgebung, leider aber dauert die Umsetzung von manchen Projekten auch durch die Beteiligung anderer Behörden aber einfach zu lange. Der Kindergartenbau, das Gewerbegebiet und ein optimalerer öffentlicher Nahverkehr müssen hier schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden.

Interview: Michael Kuhr

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